Warten und Bangen- Hurrikan Matthew

Fast eine Woche ist es jetzt her, seit wir den Matthew erstmals auf der National Hurricane Website angeschaut und beobachtet haben. Je länger wir ihn in der virtuellen Welt auf der Internetseite gesehen haben, desto klarer wurde uns, dass er Haiti in irgend einer Form treffen würde.
Wie, wann, wo, wie stark? – Abwarten…
Am Sonntag war dann klar, dass er im Verlaufe von Montag oder Dienstag im Süden Haitis auftreffen würde, je nach dem wie sich seine “Reisegeschwindigkeit” verhielt. Die Hauptstädte dieser Region liegen alle direkt am Meer. Was dieser Sturm für sie bedeuten würde, konnten wir uns nur erahnen.
Am Montag haben wir uns im Spital daran gemacht, Fenster dicht zu machen und vor fliegenden Gegenständen zu schützen und nicht Niet-und-Nagelfestes zu entfernen. Die Ambulanzen und Autos wurden so geparkt, dass sie nicht von Ästen oder umstürzenden Bäumen getroffen werden können. Wer am Montag Nachtschicht arbeitete musste damit rechnen, am Dienstag den Tag durch auch da zu bleiben.
Zu diesem Zeitpunkt wussten wir, dass Matthew die Insel irgendeinmal in der Nacht treffen würde. Er bewegte sich aber langsamer als gedacht und fegte frühmorgens Dienstag über den Süden. Meine Kollegin und ich kontrollierten zu diesem Zeitpunkt nochmal das Spital und fuhren Richtung Stadt. Alles war ruhig, weniger Verkehr, weniger Leute auf der Strasse.. Die Ruhe vor dem Sturm (ich weiss jetzt woher diese Aussage stammt..).
Langsam erreichten uns dann die ersten Bilder der Verwüstung aus dem Süden. Der Kontakt zu verschiedenen Partnern bleibt bis jetzt unterbrochen. Port au Prince, welches im Erdbeben 2010 verwüstet wurde, war als nächstes dran. Und so ging der Nachmittag dann weiter.. Auf sozialen Medien verfolgen was geschieht und warten und bangen was dies für uns heissen könnte.
Wir begaben uns zurück in unser Volunteer Village, nahe des Spitals und warteten weiter ab. Etwas Regen, nur leicht, bedeckter Himmel und sonst nichts. Bis heute nicht..
Wir hatten unwahrscheinlich viel Glück! Es könnte hier in unserer Umgebung so aussehen, wie auf den Bildern welche bei euch in den Medien gezeigt werden. Es bleibt zu hoffen, dass nicht noch zuviele Regenwolken dem Matthew folgen..
Unsere Partnerorganisation HopeHealthAction (HHA) hat eine Notfall Spendenaktion gestartet. Auch wenn wir sie dieses Mal nicht selber in Anspruch nehmen müssen, werden wir andere Spitäler im Süden, mit welchen wir vor allem im Rehabilitationsbereich zusammen arbeiten, beim Aufräumen und bei der Wiederaufnahme ihrer Tätigkeiten unterstützen. (Infos unter www.hopehealthaction.org)